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Erste Eindrücke
Wrestling wird zelebriert. Diese Bemerkung traf auch auf die Veranstaltung der WWF am 1. Mai 2002 in der Kölnarena zu.
Ich muß gestehen, daß dies mein erster Wrestling-Live-Event war. Dennoch waren mir die Spielchen geläufig, die gespielt wurden - auch und v.a. die zwischen den Fans und den Wrestlern. Eines sind die ohne Zweifel: laut und intensiv. In dieser einzigartigen Form der Interaktion ist meines Erachtens die eigentliche Faszination des Wrestlings zu suchen. Anders und einfach ausgedrückt: Es macht offensichtlich Spaß, im Gegenüber mit den Stars diese anzufeuern oder zu beleidigen - und oftmals eine Reaktion von den Leuten "auf der Bühne", die ein Wrestling-Ring immer auch darstellt, zu erhalten (Publikum: "Eddie sucks!" - Eddie Guerrero sieht von seinem beim Publikum beliebten Gegner, den er gerade im Würgegriff festhält, auf: "Germany sucks!"). Während sich die Aktiven zu Aktionen hinreißen lassen, die sie im "normalen Leben" direkt vor Gericht führen würden, stößt das Publikum in breiter Front Ausrufe aus, die ebenfalls zu einigen Euro Strafe führen müßten. Im normalen Leben - nicht hier, denn hier ist es legitim, bestimmte Leute zu beleidigen. "Ventilfunktion" heißt das eigentlich. An jenem Abend in Köln dachte wohl keiner so tiefgründig...
Doch fangen wir beim Anfang an...
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Begrüßung: |
Provokation: |
Konfrontation
im Ring: |
Zunächst war ich erstaunt, was die Dimensionen betrifft. Natürlich ist das allein mein subjektiver Eindruck. Die Halle, d.h. die KölnArena, ist riesig. Wenn man im Parkett sitzt, sollte man zumindest einmal einen Blick von den Rängen Richtung Ring werfen. Dieser wirkt nämlich erstaunlich klein - selbst aus der Nähe und erst recht von den Rängen aus! Um die "wahren" Dimensionen zu erfahren, müßte man wohl hineinsteigen. Doch wahrscheinlich würde der "squared circle" sogar dann nicht jene scheinbaren Ausmaße haben, die er im Bildschirmgeviert des heimischen Fernsehgerätes besitzt.
Die Übersteigerung, die der Wrestling-Event durch den Filter eines zwischengeschalteten Bildes (Fernsehen/Video/Foto) erfährt, fiel mir immer wieder auf. Dazu brauchte ich nur durch den Sucher meines Fotoapparates zu blicken. Dort wurde alles Überflüssige entfernt. Mit einem leichten Tele wurden die Wrestler nicht nur herangezoomt. Sie gewannen an Größe, die sie im Umfeld von Begleitpersonen und Security-Personal verloren hatten. Einzeln betrachtet sind sie Ikonen. In der Weite der Halle zeichnet sie jedoch allein ihr Status aus. Sogar die mächtige Statur verliert sich...
Wohl gemerkt, das ist mein Eindruck. Natürlich relativiert sich dieser spätestens dann, wenn ein Big Show mit seinen 180 Kilo auf die Matte knallt und man Angst um die Belastbarkeit des Ringes bekommt. Der Boden gab nämlich mehr als deutlich nach! Dennoch: Sogar die Muskeln der durchtrainiertesten Wrestler verliehen ihnen nicht das halbgottgleiche Äußere, wie ich es vom Fernsehen gewöhnt war. Plötzlich standen mir Menschen gegenüber. Nie zuvor waren mir die Wrestler menschlicher erschienen als an jenem Abend in Köln. Das mag wohl einzig und allein dem ungefilterten Live-Erlebnis zuzuschreiben sein. In diesem Licht jedenfalls ist auch ein Undertaker nur ein Mensch.
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© Christine Fößmeier (Bild & Text)