Statement zu Scott Hall

 

Scott Hall wird wohl immer als Teil des weltberühmten Wolfpacks gelten, das er zusammen mit seinem Freund und Partner Kevin Nash bildet. Oder vielmehr gebildet hat. Doch für die derzeitige Trennung ist keine Storyline verantwortlich sondern Scott Hall selbst. Seine immer wieder die Leistung im Ring negativ beeinflussenden Probleme haben zum jetzigen Aus geführt. Nach der Europa-Tournee der World Wrestling Federation wurde die fristlose Kündigung ausgesprochen.

Offiziell heißt es auf der Homepage der WWF bzw. inzwischen WWE (World Wrestling Entertainment), wwe.com: "Hall, WWE part ways - World Wrestling Entertainment senior vice president for talent relations Jim Ross announced today that WWE and Scott Hall have mutually agreed to end their contractual relationship. WWE wishes Hall the best of luck in his future endeavors."

Schade, daß aus der einst so schön geplanten Idee, die böse, böse nWo, die ursprünglich aus Hollywood Hulk Hogan und dem Wolfpack, Kevin Nash und Scott Hall, bestand, in die Storyline der Federation (oder: WWE) einzufügen, nun nicht mehr viel werden kann. Da mußte noch ein Big Show zu den Bösewichten überlaufen, die bereits durch X-Pac (einem einstigen Verräter an der nWo, da Sean Waltman=X-Pac von World Championship Wrestling zur World Wrestling Federation gewechselt war) Unterstützung erhalten hatte. Kevin Nash hatte sich zudem schwer verletzt. Trotzdem wurde das Wolfpack nach Europa eingeflogen. Daß das ein Fehler war, dürfte jetzt klar sein. Fern der heimatlichen USA kam es zu einigen Exzessen, was zuletzt in einer Auseinandersetzung im Charter-Flugzeug gipfelte - diesmal sogar ganz ohne Beteiligung von Hall oder Nash...

Mein eigener, subjektiver Eindruck in Köln war nicht gut gewesen - und Köln stellte gerade einmal die erste Station der Tour dar. Ich fand, Scott Hall sah einfach schlecht aus. Er war der einzige, der mich absolut nicht überzeugen konnte. Das konnte auch Kevin Nash nicht, wobei ich zugeben muß, daß ich noch nie ein Freund des Wolfpacks war. Wahrscheinlich lag meine Absage an den Auftritt der beiden daran, daß der Eingriff der nWo-ler in den offiziellen Fight zwischen Big Show (nWo) und Bradshaw einfach nicht nötig gewesen wäre. Er machte das Match kaputt. Das allerdings war die Absicht derjenigen, die sich den Verlauf des Kampfes ausgedacht hatten, weshalb ich diesen Übergriff im Grunde nicht kritisieren sollte. Was ich jedoch sehr wohl kritisieren darf, ist das Auftreten Scott Halls. Der Funke sprang nicht über - auch nicht im Sinne einer gesunden Ring-Antipathie. Während Ric Flair, den ich bereits nicht mochte, bevor ich überhaupt irgendetwas von Wrestling zu verstehen begann, mich im Nu für sich einzunehmen vermochte (Schlagwort: Professionalität!), bestätigte Scott Hall alle Vorurteile, die man nur haben kann.

Scott Hall & Big Show

Scott Hall & Big Show in Köln

Wrestling ist ein harter Job. Es verlangt nicht nur körperlichen Einsatz. Die psychische Belastung ist wahrscheinlich nicht weniger hoch, zumal diese "Tätigkeit" oft mit langen Trennungszeiten von Familie und Freunden verbunden ist. Manche Beziehung ist daran zerbrochen. Ich denke, daß man trotzallem versucht hat, dem "Scheidungsopfer" Scott Hall bestmögliche Bedingungen zu bieten. Leider ist nicht jeder fähig, eine Chance zu ergreifen...

 

PS: Auf einem Fan-Treffen vor dem Event in Köln wurden die besten Plakate (die von den Fans während einer Veranstaltung hochgehalten werden und Vorlieben, Antipathien oder sonstige Messages zum Ausbruck bringen) gewählt. Platz 3 belegte ein Plakat, das speziell Scott Hall gewidmet war und einen wohl gut gemeinten Rat beinhaltete. Neben seinem Foto war dort zu lesen: "Scott, don't drink and wrestle!"

- Mai 2002 -

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© Christine Fößmeier (Bild & Text)